
Am 6. Februar fand der symbolische Spatenstich für einen Neubau an der Wettinerstraße in Wiesbaden statt. Auf dem Gelände im Südosten der Stadt soll eine vierzügige Grundschule mit Platz für rund 400 Schülerinnen und Schüler entstehen. Teil des Vorhabens ist eine Zweifeldsporthalle, die vorrangig dem Schulbetrieb dienen soll, aber auch von Vereinen genutzt werden kann.
Neubau und pädagogische Ausstattung
Geplant ist ein Schulgebäude mit etwa 8.700 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Im Entwurf stehen Cluster Lernbereiche im Mittelpunkt: 16 Klassenräume werden zu autarken Einheiten zusammengefasst und durch Differenzierungsräume, Teamräume und offene Lernzonen ergänzt. Terrassen und Balkone sind als nutzbare Außenflächen vorgesehen. Im Zentrum des Hauses ist eine Aula mit Sitzstufenanlage vorgesehen, die als Versammlungsraum für schulische Veranstaltungen dienen und außerhalb der Unterrichtszeiten für lokale Gremien zugänglich sein kann. Die Mensa ist für die Ausgabe von bis zu 360 Essen in mehreren Schichten ausgelegt.
Lage und Freianlagen
Das Grundstück wurde im Zuge einer Neuordnung geteilt: Auf dem nördlichen Teil entsteht die Schule, auf dem südlichen eine Kindertagesstätte. Zwischen beiden Flächen wird ein öffentlicher Fußweg eingerichtet, der künftig die Wettinerstraße mit dem Parkplatz an der Balthasar Neumann Straße und dem angrenzenden Wohngebiet verbindet. Die geplante Sporthalle erhält ein Dach, das als Schulhof gestaltet wird und ebenerdig an die Freiflächen anschließt, sodass ein geschützter Aufenthaltsbereich oberhalb des Straßenniveaus entsteht.
Materialwahl, Nachhaltigkeit und Quartiersbezug
Der Entwurf kombiniert Stahlbeton mit Holz Massiv Elementen. Extensive Dachbegrünungen, Photovoltaikanlagen und eine langlebige Fassadengestaltung sind Teil des nachhaltigen Konzepts. Die Stadtverwaltung betont, dass funktionale Architektur, nachhaltige Bauweise und eine Einbindung in das bestehende Quartier angestrebt werden. Die neue Anlage soll Schule, Sporthalle und Freianlagen sinnvoll verknüpfen.
Finanzierung, Bauherrin und Zeitplan
Die Baukosten werden mit rund 29,4 Millionen Euro brutto angegeben, das Gesamtprojektbudget liegt bei 51,2 Millionen Euro brutto. Bauherrin und später Betreiberin ist die WiBau GmbH, die das Gebäude im Rahmen eines Mietmodells an die Landeshauptstadt Wiesbaden übergibt. Die Planung verantwortet das Architekturbüro architektei mey aus Frankfurt am Main. Nach Angaben der Beteiligten sind Verbau und Erdbauarbeiten für Januar bis Juni 2026 vorgesehen, der Beginn der Rohbauarbeiten ist für Juli 2026 geplant. Die Fertigstellung wird voraussichtlich im Dezember 2028 erfolgen.
Vertreter der Stadtverwaltung hoben bei der Veranstaltung hervor, dass mit dem Neubau gezielt in die Bildungsinfrastruktur im Wiesbadener Südosten investiert werde. Die WiBau Geschäftsführung betonte die Verantwortung für eine wirtschaftliche Umsetzung und die kooperative Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern.
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